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Wie wählt man die richtige Rohrinspektionskamera?

02.10.2026
Wie wählt man die richtige Rohrinspektionskamera?

Eine Rohrinspektionskamera kann viel Zeit und unnötigen Arbeitsaufwand sparen. Statt Rohre „auf Verdacht“ zu reinigen oder aufzugraben, zeigt sie Ihnen, wo sich das Problem befindet und wodurch es verursacht wird.

Bei der Auswahl sollten Sie jedoch nicht nur auf den Preis oder die Größe des Displays achten. Entscheidend sind vor allem der Rohrdurchmesser, die Größe des Kamerakopfes, die Länge und Steifigkeit des Kabels sowie die Möglichkeiten zur Aufzeichnung und Ortung. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

1. Rohrdurchmesser und Größe des Kamerakopfes

Die Größe des Kamerakopfes entscheidet darüber, für welche Rohrdurchmesser die Kamera geeignet ist.

  • Mini-Kameraköpfe mit ca. 25–30 mm – geeignet für engere Hausinstallationen, Siphons oder Lüftungsleitungen.
  • Standard-Kameraköpfe mit 35–40 mm – geeignet für Abflussleitungen in Bad und Küche, WCs sowie gängige Fall- und Abwasserleitungen.
  • Größere und robustere Kameraköpfe – vor allem für Hauptabflussleitungen und Außenkanäle.

Wichtig sind außerdem die Robustheit des Kamerakopfes, die Qualität der Beleuchtung und der Schutz der Linse. LEDs rund um die Kamera sorgen auch bei völliger Dunkelheit für eine gute Ausleuchtung.

Eine praktische Funktion ist der selbstnivellierende Kamerakopf. Er hält das Bild automatisch aufrecht und erleichtert dadurch die Orientierung im Rohr erheblich.

RIDGID micro CA-350 Inspektionskamera
Abb. 1 – RIDGID micro CA-350 Inspektionskamera zur Kontrolle schwer zugänglicher Bereiche.
RIDGID SeeSnake microDRAIN APX Inspektionskamerasystem mit TruSense
Abb. 2 – RIDGID SeeSnake microDRAIN APX Inspektionskamerasystem mit TruSense.
RIDGID SeeSnake Compact C40 Rohrinspektionskamera mit 40 m Kabel
Abb. 3 – RIDGID SeeSnake Compact C40 Rohrinspektionskamera mit 40 m Kabel.
RIDGID SeeSnake Inspektionskamerasystem mit TruSense
Abb. 4 – RIDGID SeeSnake Inspektionskamerasystem mit TruSense-Technologie.

2. Länge und Steifigkeit des Kabels

Die Länge des auf der Trommel aufgewickelten Kabels bestimmt, wie weit Sie mit der Kamera in das Rohr vordringen können.

  • Kürzere Kabel bis ca. 20 m – geeignet für Wohnungen, Einfamilienhäuser und kürzere Rohrleitungen.
  • Längere Kabel ab 30 m – geeignet für Hauptabflussleitungen und Außenkanäle.

Entscheidend ist jedoch nicht nur die Länge. Auch die Steifigkeit des Kabels spielt eine wichtige Rolle.

Ein steiferes Kabel lässt sich weiter in das Rohr einschieben und eignet sich besser für längere Leitungsabschnitte. Ein flexibleres Kabel lässt sich dagegen leichter durch verwinkelte und engere Rohrleitungen führen.

Wählen Sie das Kamerasystem daher danach aus, welche Rohrleitungen Sie am häufigsten prüfen – hinsichtlich Durchmesser, Länge und Anzahl der Bögen.

Kompakte RIDGID SeeSnake nanoReel Kameratrommel mit micro CA-350
Abb. 5 – Kompakte RIDGID SeeSnake nanoReel Kameratrommel mit micro CA-350 zur Inspektion kleinerer Hausinstallationen.
RIDGID SeeSnake rM200 mit digitalem CS6 Monitor
Abb. 6 – RIDGID SeeSnake rM200 mit längerem Kabel und CS6 Monitor zur Inspektion von Hauptabflussleitungen und Kanälen.

3. Monitor, Aufzeichnung und Dokumentation

Der Monitor dient nicht nur zur Anzeige des Kamerabildes. Bei der professionellen Rohrdiagnose sind auch die Möglichkeiten zur Aufzeichnung und Dokumentation wichtig.

Bei der Auswahl sollten Sie besonders auf folgende Funktionen achten:

  • Größe und Helligkeit des Displays – für eine gute Ablesbarkeit auch bei Arbeiten im Freien,
  • Aufzeichnung von Fotos und Videos,
  • Speicherung auf USB oder SD-Karte,
  • Wi-Fi und mobile App zum einfachen Teilen der Aufnahmen,
  • Entfernungszähler, mit dem sich feststellen lässt, an welcher Stelle im Rohr sich das Problem befindet.

Fortschrittlichere Systeme können außerdem Funktionen wie HDR-Bildgebung oder die Messung des Rohrgefälles bieten. Damit lässt sich beispielsweise ein ungeeignetes Gefälle erkennen, das wiederkehrende Probleme verursachen kann.

RIDGID SeeSnake CS6x Versa Digitalmonitor mit Wi-Fi
Abb. 7 – RIDGID SeeSnake CS6x Versa Digitalmonitor mit Wi-Fi zur Anzeige und Aufzeichnung der Rohrinspektion.
RIDGID SeeSnake CS12x Digitalmonitor mit Wi-Fi
Abb. 8 – RIDGID SeeSnake CS12x Digitalmonitor mit Wi-Fi zur Anzeige und Aufzeichnung der Rohrinspektion.

4. Sonde und genaue Ortung der Problemstelle

Wenn es nicht ausreicht zu wissen, dass sich das Problem beispielsweise im zwölften Meter der Rohrleitung befindet, sondern auch die genaue Position unter der Erde oder unter dem Boden bestimmt werden muss, ist eine integrierte Sonde besonders wichtig.

Die Sonde sendet ein Signal aus, das von einem Ortungsgerät erfasst wird. Dadurch können an der Oberfläche die Position und die Tiefe des Kamerakopfes bestimmt werden.

Das ist vor einer Reparatur oder Grabung ein großer Vorteil – statt auf Verdacht zu arbeiten, wissen Sie, wo der Eingriff erforderlich ist.

RIDGID NaviTrack Scout Ortungsgerät für Sonden und Leitungen
Abb. 9 – RIDGID NaviTrack Scout Ortungsgerät zur Ortung von Sonden und unterirdischen Leitungen.
RIDGID SeekTech SR-20 Ortungsgerät für Leitungen und Sonden
Abb. 10 – RIDGID SeekTech SR-20 zur Ortung von unterirdischen Leitungen und Sonden.

5. Zubehör und praktische Tipps

Auch das passende Zubehör erleichtert die Arbeit mit der Inspektionskamera.

  • Führungs- und Zentrierelemente helfen dabei, den Kamerakopf möglichst mittig im Rohr zu führen und schützen gleichzeitig die Linse.
  • Vor der Inspektion empfiehlt es sich, das Rohr zu spülen oder vorzureinigen, damit das Kamerabild möglichst klar bleibt.
  • Führen Sie das Kabel gleichmäßig und ohne übermäßige Kraft in das Rohr ein. Bei engen Bögen kann es helfen, das Kabel vorsichtig zu drehen und etwas zurückzuziehen.
  • Reinigen und kontrollieren Sie nach jedem Einsatz den Kamerakopf und das Kabel.
RIDGID Führungs- und Zentrierelemente für Kameraköpfe
Abb. 11 – RIDGID Führungselemente zur Zentrierung und zum Schutz des Kamerakopfes im Rohr.
RIDGID Haken, Magnet und Spiegel für Inspektionskameras
Abb. 12 – RIDGID Set mit Haken, Magnet und Spiegel für Inspektionskameras.

Auswahl auf einen Blick

Hausinstallationen und allgemeine Servicearbeiten → kompakte Kamera mit kleinerem Kamerakopf und kürzerer Kabeltrommel

Fallleitungen, WCs und Gebäudetechnik → Standard-Kamerakopf, ca. 20–30 m Kabel, Aufzeichnungsfunktion und Wi-Fi

Kanalisation und professionelle Rohrdiagnose → robuster Kamerakopf, längeres Kabel, Sonde, Ortungsgerät und erweiterte Diagnosefunktionen

Berücksichtigen Sie bei der Auswahl daher immer den Rohrdurchmesser, die benötigte Reichweite, den Verlauf der Rohrleitung und die Frage, ob Sie lediglich ein Kamerabild oder zusätzlich eine Aufzeichnung und genaue Ortung benötigen.

RIDGID SeeSnake Rohrinspektionskamera bei der Rohrinspektion
Abb. 13 – RIDGID SeeSnake Inspektionskamerasystem bei der Kontrolle und Diagnose von Rohrleitungen.

Konkrete Modelle finden Sie in der Kategorie Inspektionskamerasysteme.

Wenn Sie mit einem verstopften Rohr oder Abfluss zu tun haben, finden Sie weitere hilfreiche Informationen in unserem Ratgeber Verstopfte Rohre und Abflüsse reinigen sowie im Artikel Wie wählt man die richtige Rohrreinigungsmaschine?.

Wenn Sie nicht sicher sind, welche Kamera für Ihre Anwendung am besten geeignet ist, kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gerne bei der Auswahl des passenden Systems.

Häufig gestellte Fragen

Wofür wird eine Rohrinspektionskamera verwendet?

Zur Inspektion und Diagnose von Rohrleitungen ohne unnötige Demontage- oder Grabungsarbeiten. Damit lassen sich beispielsweise beschädigte Verbindungen, Verengungen, Fremdkörper, eingewachsene Wurzeln oder andere Probleme im Inneren der Rohrleitung erkennen.

Welche Kabellänge benötige ich?

Das hängt von der Länge der zu untersuchenden Rohrleitung ab. Für Hausinstallationen reicht häufig ein Kabel bis etwa 20 m aus, während für Hauptabflussleitungen und Kanäle längere Kabel ab 30 m eingesetzt werden.

Welche Größe sollte der Kamerakopf haben?

Der Kamerakopf muss die engste Stelle der Rohrleitung sicher passieren können. Kleinere Kameraköpfe eignen sich für enge Rohrleitungen, größere und robustere Modelle für Hauptabflussleitungen und Kanäle.

Kann die Inspektion aufgezeichnet und geteilt werden?

Ja. Ausgewählte Systeme ermöglichen das Speichern von Fotos und Videos sowie teilweise die Übertragung per Wi-Fi auf ein mobiles Endgerät.

Wie kann ich die genaue Position der Problemstelle bestimmen?

Mit einer Kamera mit integrierter Sonde und einem kompatiblen Ortungsgerät. Damit lassen sich an der Oberfläche die Position und die Tiefe des Kamerakopfes bestimmen.

Was bedeutet die Messung des Rohrgefälles?

Diese Funktion hilft bei der Beurteilung des Gefälles einer Rohrleitung. So können Abschnitte mit ungeeignetem Gefälle erkannt werden, in denen sich Wasser oder Ablagerungen ansammeln können.

Wie lässt sich die Lebensdauer der Kamera verlängern?

Verwenden Sie geeignete Führungselemente, drücken Sie das Kabel nicht mit Gewalt durch enge Bögen und reinigen Sie Kamerakopf und Kabel nach jedem Einsatz gründlich.

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